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Das getaufte Kind ist mit Christus verbunden wie die Rebe mit dem Weinstock
Wenn jemand einen hohen Berg besteigen will, braucht er einen zuverlässigen Führer, der den Weg kennt und zeigt, der auf Gefahren aufmerksam macht und sie überwinden hilft. Nach Christi Worten ist der Weg zum Himmel solch ein schmaler und beschwerlicher Pfad, auf dem uns viele Gefahren bedrohen. Es ist unmöglich, ihn allein und aus eigener Kraft zu gehen. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist das Licht der Welt. Wer ihm nachfolgt, wandert nicht im Finstern (Joh. 8. 11) Er ist die Tür. Wer durch ihn eintritt, wird gerettet (Joh. 10. 9.) Er ist das Leben. Wer an ihn glaubt und mit ihm vereinigt ist, der lebt durch ihn, wie er durch den Vater lebt (Joh. 6. 40. 17. 11.)
Durch Christus, und zwar nur durch Christus können wir das ewige heil erlangen. Weil er uns Menschen unendlich liebte, ist er ,,um unseres heiles willen vom Himmel herabgestiegen. Er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist aus Maria, der Jungfrau, und ist Mensch geworden". Er hat unter uns gewohnt, um zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Alle Mühsal des Erdenlebens hat er mit uns geteilt. Eine ganzes menschliches Leben hat er uns vorgelebt und in Armut, Verfolgung und Leid gezeigt, wie wir den Willen des Vaters erfüllen sollen. Schließlich hat er durch sein Sterben und Auferstehen die Sünden der Menschheit gesühnt, den Tod besiegt und uns den Zugang zur Himmelsherrlichkeit erschlossen. Es war Jesus aber nicht genug, das Menschengeschlecht durch seine einmalige Erlösungstat zu retten. Seine Liebe kennt kein Maß und keine Grenzen. Er wollte mit jedem einzelnen Menschen in die engste Verbindung treten und ihm selbst die Frucht der Erlösung zuwenden. Zum ersten Mal wird diese heilbringende Verbindung Jesu mit dem Menschen hergestellt durch die Taufe. Wenn das Kind zum Taufbrunnen gebracht wird, spricht der pfarrer zu ihm: ,,Tritt ein in Gottes Heiligtum, auf daß du Gemeinschaft habest mit Christus zum ewigen Leben". Wenn dann das Taufwasser über den Kopf des Kindes fließt, von dem der heilige Augustinus sagt, daß es den Leib wäscht und die Seele berührt, dann geschieht das unbegreifliche Wunder der Gnade: Es strömt Licht vom Licht Gottes in die Seele des Täuflings hinein und vertreibt alle Dunkelheit der Seele. Die Fesseln des bösen Feindes werden zerrissen; das Kind wird nun mit Jesus verbunden wie ein Rebzweig mit dem Weinstock. Weil das Kind in Christus ist, erkennt der himmlische Vater es als sein Kind an und umfängt es mit göttlicher Liebe. Weil es in Christus ist, strömt die Gnade des Heiligen Geistes in seine Seele hinein. Mit diesem neuen Leben ausgestattet, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, soll das Kind den Lebensweg beginnen und ,,vorwärtsschreiten von Tag zu Tag"(Taufliturgie). Das ,,Vorwärtsschreiten" bedeutet hier: den Lebensweg gehen mit und in Christus. Der Heiland selbst will das Herz des Kindes nach seinem Herzen bilden; seine Tugenden sollen des Christen Tugenden werden. Damit die Ähnlichkeit des Christen mit Christus immer deutlicher wird, muß die Verbindung mit ihm aber immer mehr gefestigt werden. Darum betet der Pfarrer gleich nach der Taufe für das Kind: ,,So gib auch, wir bitten dich daß es, gefirmt mit dem Heiligen Geiste und genährt durch die himmlische Speise, zum Vollalter Christi heranwachse. Die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie sind also nicht Handlungen, die beziehungslos nebeneinanderstehen. Sie gehören zusammen, bilden eine Einheit und vermitteln dem Kinde, sobald es dafür aufnahmefähig ist, die ganze Fülle des übernatürlichen Lebens. Die Taufe wird gewissermaßen vorgenommen. Es ist die liebende Sorge der Mutter, wenn die Kirche das Kind sobald wie möglich aus der Gewalt des bösen Feindes befreien möchte. Gleichzeitig ist die Taufe das Tor zu den übrigen Sakramenten; denn nur der Getaufte kann die anderen Sakramente gültig empfangen. Wenn das Kind herangewachsen ist und seine Vernunft erwacht, bedarf es besondere Hilfe zur Erhaltung seines übernatürlichen Lebens. Jetzt regt sich ja nicht nur das Gute, sondern auch das Böse in ihm. Der junge Mensch muß dann noch fester mit Christus vereinigt sein, in dessen Kraft allein er das Böse überwinden kann. Aus diesem Grunde sagt schon der hl. Thomas von Aquin: ,,Wenn die Andacht zu diesem Sakramente fähig sind, kann und soll man ihnen sogleich die Kommunion reichen. Wenn die Taufe das Einpflanzen in Christus ist, so bewirkt die heilige Kommunion das Hineinwachsen in ihn. In jedem einzelnen Menschen soll auf geheimnisvolle Weise dasselbe geschehen wie einst bei der Menschwerdung Jesu im Schoße Mariens. In jedem einzelnen Menschen will er Gestalt annehmen und wachsen, wenn er ihn gläubigen Herzens empfängt. Und je tiefer der Mensch hineinwächst in diese lebenspendende Verbindung, desto mehr ist er der Liebe des himmlischen Vater würdig, desto reicher empfängt er die Gnade des Heiligen Geistes. Er nimmt in steigendem Maße teil an der wunderbaren göttlichen Lebensgemeinschaft der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Gleichzeitig festigt und stärkt die heilige Eucharistie die Verbindung der Christen untereinander. Denn der Leib des Herrn wird dadurch, daß viele ihn empfangen, nicht zerteilt. Christus sammelt vielmehr die vielen in sich hinein, damit sie mit ihm ein Leib werden: der geheimnisvolle Leib des auf Erden fortlebenden Christus, in dem er das Haupt ist und wir die Glieder sind. Jede heilige Kommunion vertieft also nicht nur die Verbindung des einzelnen Gliedes mit dem Haupte, sondern auch mit den anderen Gliedern des Leibes Christi. Das Band der Liebe unter den Brüdern und Schwestern wird immer fester und wirksamer.
Es gibt kein Heil ohne Christus
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